Zum Tod von Andreas E. Beurmann

Zum Tod von Andreas E. Beurmann

Der Mitbegründer von EUROPA, Komponist einiger Hörspielmusiken und Sprecher von Titus Jonas ist tot.

Am Abend des 24. April 2016 im Alter von 88 Jahren ist Andreas Erich Beurmann in Hasselburg verstorben. Er hat sich nach einem Sturz nicht mehr erholt.

Seinen Einfluss auf die Kassettenkinder und die nachfolgenden Hörspielhörer kann ich gar nicht deutlich genug herausstellen. Ich habe ihn als Sprecher von »Onkel« Titus Jonas Ende der Siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts kennengelernt. Erst viel später – als ich mich für die Hintergründe der drei ??? interessierte und letztlich dieses Blog eröffnete – erfuhr ich von seinem Schaffen.

Er rief 1965 das Label »EUROPA« ins Leben und erschuf hierfür auch das Logo. Als Klassikliebhaber war es ihm ein besonderes Anliegen, den Kindern über die Hörspiele klassische Musik näher zu bringen und zum Musizieren anzuregen. Die klassischen Musikstücke, die wir aus den Hörspielen kennen, hat er teilweise selbst komponiert. Diese Musik wurde dann von bis zu 150-köpfigen Orchestern eingespielt. Mehr über sein Leben und seine Arbeit kannst du aus der sehr ausführlichen Pressemitteilung zu seinem Tod nachlesen.

Unter dem Pseudonym »Hans Meinhardt« hat Beurmann die Rolle von Titus Jonas gesprochen. Bis auf zwei Ausnahmen war dies durchgehend der Fall: In der »bedrohten Ranch« und beim »Automarder« war Onkel Titus zunächst anders besetzt, Beurmann hat diese Rolle erst bei der Neuabmischung 2002 neu eingesprochen.

Beurmann war auch als Autor tätig. Neben Werken über klassische Tasteninstrumente ist für Drei-???-Fans ein Buch über seine Frau interessant: Heikedine Körting, die »Hörspielkönigin«. Hierin finden sich viele Informationen über diese und andere Hörspielreihen aus dem Hause EUROPA.

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Categories: echte Welt, Hörspiel

4 Kommentare

  • Prisha von Prishavista

    Hallo!

    Es ist schon traurig, wenn jemand geht, den man eigentlich immer im Ohr hat. Gerade gestern habe ich über ihn noch geredet. Aber wenn man bedenkt, das selbst die Ersthöhrer in die Jahre kommen, ist das ein ganz normales Prozedere – was aber trotzdem traurig macht. Ein Stück Kindheit stirbt nach und nach…

    Für mich habe ich übrigens wieder etwas neues erfahren, nämlich das er bei 2 Erstaufnahmen nicht dabei war…

    LG, Prisha

    • Gregor Goldbach

      Mit „Ersthörer“ meinst du wohl mich. Ich bezeichne mich aber lieber als Kassettenkind 🙂

      Ich finde die alten Folgen gerade deswegen so gut, weil teilweise sehr gute Sprecher an Bord waren. Du hast schon recht, dass damit immer ein Stück Kindheit stirbt.

      Dass Beurmann bei den beiden Erstaufnahmen nicht dabei war, ist für mich auch immer wieder überraschend, wenn ich die alten Kassetten (bzw. ihre Digitalisate) höre. Das ist immer wieder leicht verwirrend. „Wie jetzt, Onkel Titus klingt anders …“ 🙂

  • Benjamin

    Hallo Gregor,

    ja, Andreas E. Beurmann haben wir Hörspiel-Hörer wirklich sehr viel zu verdanken. Allgemein ist es sehr schade, dass in letzter Zeit viele der „großen“ Deutschen Stimmen aus Hörspiel, TV und Film (Arne Elsholtz, Norbert Gastell, Elisabeth Volkmann, Andreas E. Beurmann etc.) von uns gehen. Oft ist eine Umgewöhnung auf neue Stimmen sehr schwer.

    Doch neben seiner Sprecher-Tätigkeit hat er ja auch noch geniale, klassische Musik komponiert, die bis heute regen Einsatz in den Hörspielen findet. Ich habe bei Sony Music bereits nachgefragt, ob eine Compilation seiner Werke auf CD und am besten auch Vinyl nicht eine Idee wäre, mit der man ihn würdigen könnte.

    Auf unserem Gemeinschaftsprojekt All Your Entertainment hat Frank auch einen Nachruf geschrieben, vielleicht willst du dir diesen ja auch mal durchlesen: https://all-your-entertainment.de/2016/04/25/prof-dr-andreas-e-beurmann-ein-nachruf/

    Viele Grüße
    Benjamin

    • Gregor Goldbach

      Moin Benjamin,

      die Umgewöhnung fällt schwer, da hast du Recht. Wenn ich daran denke, wie lange ich gebraucht habe, mich an die »neue« Musik zu gewöhnen …

      Doch neben seiner Sprecher-Tätigkeit hat er ja auch noch geniale, klassische Musik komponiert, die bis heute regen Einsatz in den Hörspielen findet. Ich habe bei Sony Music bereits nachgefragt, ob eine Compilation seiner Werke auf CD und am besten auch Vinyl nicht eine Idee wäre, mit der man ihn würdigen könnte.

      Die Idee mit der Compilation finde ich gut! Gerade die klassischen Stücke werden ja immer nur in Stückchen eingespielt. Digital werden die Stücke ja schon seit Jahren vorliegen, da wäre eine CD denke ich nicht zu aufwändig.

      Den Nachruf habe ich mir eben durchgelesen. Frank spricht (bzw. schreibt) mir da aus der Seele!

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