Rezension: Die Welt der drei Fragezeichen

Ein Buch über die drei ???, eine Rezension darüber und eine Verlosung!

Titelbild des Buches »Die Welt der drei Fragezeichen«

Klappentext

(Im Gegensatz zum den üblichen Rezensionen steht dieser Text dieses Mal auf dem Rückendeckel.)

Wusstet ihr, dass Skinny Norris und Morton etwas gemeinsam haben? Dass Bobs Vater ganze vier und seine Mutter gar keine Vornamen hat? Wer den Ausdruck »spezialgelagerter Sonderfall« erfand? Und ob Hugenay eigentlich noch einmal aus dem Gefängnis kommt?

Die drei ??? Haben sich in einem Zeitraum von mehr als 50 Jahren von einer ursprünglich US-amerikanischen Jugendbuchserie zu einem generationenübergreifenden Massenphänomen in Deutschland entwickelt. Dieses Buch fasst nun endlich (fast) alles zusammen, was über die drei Detektive aus Rocky Beach und ihre abenteuerlichen Erlebnisse bekannt ist: Wissenswertes zu allen wichtigen Figuren der Serie, die Hintergründe der Entstehung, Fakten und kuriose Gegebenheiten wie etwa die hypothetische Frage »Wie groß müsste die ›Kleinstadt‹ Rocky Beach eigentlich wirklich sein?«.

Ein spannendes Buch für alle Fans von Justus, Peter und Bob.

Der Inhalt

Ich bespreche hier das neu erschienene Buch »Die Welt der drei Fragezeichen« von C.R.Rodenwald aus dem Riva-Verlag. Das Buch ist in zwei Teile gegliedert. Im ersten Teil gibt es Hintergrundinformationen über die Entstehung der Reihe und ihre Entwicklung. Dies beinhaltet auch den Rechtsstreit und Autorenportraits. Der zweite Teil ist wichtigen Orten und Personen gewidmet. Hier beschreibt der Autor zum Beispiel ausführlich Lage und Größe Rocky Beachs sowie seine Geschichte.

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Den Abschluss bildet ein kurzer Blick in die Zukunft. Im Archiv sind alle regulären Fälle und Specials sowie Sachbücher und Internetseiten aufgeführt.

Die Inhalte des Buchs sind sauber recherchiert. Hier hat mir besonders der Teil über den Streit von Kosmos und Sony um die Rechte an den drei ??? gefallen. Es ist dies der ausführlichste Text zu dem Thema, den ich bisher gelesen habe. Der Autor stellt beide Seiten ausführlich dar und versucht, ohne eigene Wertung ein umfassendes Bild der damaligen Lage zu zeichnen.

Sehr gelungen finde ich auch die Beschreibung von Rocky Beach zu Beginn des zweiten Teils. In meinen Artikeln habe ich ja auch etwas über die Lage und Größe Rocky Beachs geschrieben, aber der Abschnitt in diesem Buch geht weit darüber hinaus. Der Autor hat hier auch die Geschichte Rocky Beachs, die über die Fälle verstreut ist, gut lesbar zusammengefasst und zeitlich mit echten geschichtlichen Ereignissen verbunden.

Ebenso detailliert beschreibt er die Zentrale und ihre Ausstattung. Es wird hier sehr schön deutlich, wie sehr jeder Autor das einbaut, was für seine Geschichte wichtig ist – egal, ob es zum Rest passt oder sogar anderen Schilderungen widerspricht.

Das Buch ist abwechslungsreich geschrieben. Ich hatte nicht den Eindruck, dass hier nur die Informationen gesammelt wiedergegeben werden sollten, sondern dass durchaus auch auf gute Lesbarkeit geachtet wurde.

Der Fließtext wird durch eingeschobene Infokästen, in denen sich zusätzliche Informationen befinden, sehr schön aufgelockert.

Infokasten-die-Welt-der-drei-Fragezeichen

Inhaltlich wird der Text durch Interviews mit den Autoren ergänzt. Diese sind aus verschiedenen Quellen zusammengetragen: Sachbücher, Webseiten sowie eigene und fremde Interviews mit den Autoren.

Die Aufmachung des Buches

Die grafische Gestaltung der Titelseite ist an das klassische Layout von Aiga Rasch angelehnt: Ein quadratisches Bild unter dem Titel in weißer Schrift wird schwarz umrahmt.

Da, wo bei den klassischen Ausgaben eigentlich Hitchcock abgebildet wäre, ist ein Schattenriss der drei Detektive auf weißem Grund zu sehen. Diese drei Schatten finden wir auch im Bild wieder.

Um markenrechtliche Konsequenzen zu vermeiden, tauchen die farbigen drei Fragezeichen nicht im Titel auf. Die Farben werden jedoch für den Untertitel eingesetzt.

Als Resultat erkennt der Leser sofort, dass das Buch etwas mit den drei ??? zu tun hat. Es ist aber eben auch zu sehen, dass dieses Buch keine offizielle Veröffentlichung ist, sondern etwas anderes sein muss.

Mein Fazit

Für Fans ist das Buch Pflichtlektüre, da hier sehr viele Informationen auf 256 Seiten über die drei Detektive und ihr Umfeld gesammelt sind. Wir erfahren teilweise direkt von den Autoren der Reihe, wie ihre Einstellung zu bestimmten Charakteren ist und wie wahrscheinlich deren erneutes Auftreten in zukünftigen Fällen ist.

Für alle anderen Personen, die an der Reihe interessiert sind, ist das Buch auf jeden Fall ebenfalls lesenswert, da hier viele Hintergrundinfos gegeben werden. Diese gehen weit über die üblichen Informationen hinaus, die in Zeitungsartikeln oder Magazinberichten über die Detektive gebracht werden.

Trotz aller Informationen wird auch in diesem Buch nicht aufgedeckt, wer hinter dem Autorenpseudonym »Ben Nevis« steckt. 🙂

Das Buch ist sehr abwechslungsreich und locker geschrieben, dadurch konnte ich es sehr gut lesen.

Der Autor malt nicht alles in rosaroten Tönen, sondern spricht durchaus auch negative Punkte an. Und davon gibt es einige: Gründe, warum Autoren nicht so glücklich beim Verlag waren und letzten Endes deswegen nicht mehr für die Reihe schreiben; der Rechtsstreit über die Nutzungsrechte; die wenig gelungene Abwandlung des Serienkonzepts in der Crimebusters-Phase, widersprüchliche Aussagen in den Fällen (Wo steht das Haus von Familie Jonas? Wie sind Justus’ Eltern gestorben? Ist Victor Hugenay nun gewalttätig oder nicht?).

Ich hoffe, du hast nun Lust auf das Buch. Und nun zur eingangs angesprochenen

Verlosung

Anfang November 2017 habe ich fünf vom Autor signierte und gewidmete Exemplare verlost. Teilnehmen konnte jeder, indem er oder sie mir eine E-Mail schreibt und darin eine Aufgabe löst.

Die Aufgabe war diese:

Schreibe mir, wovon du mehr in diesem Blog lesen möchtest. In letzter Zeit habe ich fast ausschließlich Rezensionen verfasst. Ist das in Ordnung so? Oder möchtest du mehr über die Hintergründe lesen (z.B. über Alfred Hitchchock oder die Farben der Fragezeichen)? Oder bist du eher an Einzelheiten zu Schauplätzen, Charakteren und Gegenständen interessiert (z.B. Morton und sein Rolls-Royce)? Oder an einer bunten Mischung aus allem?

 

Inzwischen ist die Verlosung abgeschlossen. Die Bücher sollten mittlerweile bei den Gewinnern sein.

Ich habe viele Einsendungen erhalten. Vielen Dank dafür! Durch diese Rückmeldungen weiß ich nun etwas mehr über meine Leser und ihre Wünsche. Die meisten Einsender wünschten sich eine bunte Mischung aus allem, mit einer leichten Tendenz zu den Hintergründen und einzelnen Artikel zu speziellen Personen, Orten oder Gegenständen. Somit werde ich die Rezensionen zurückschrauben und mehr über diese Themen schreiben.

Ich möchte hier nochmals allen Teilnehmern danken und wünsche den Gewinnern, dass sie mindestens so viel Spaß mit dem Buch hatten wie ich!

Categories: echte Welt, Rezension

2 Kommentare

  • Anna

    Als einer der glücklichen Gewinner äußere ich hier auch einmal kurz meine Eindrücke zu diesem Buch.
    Noch während ich auf den ersten Seiten war, geschah etwas außerordentliches: mein Freund interessierte sich endlich, nach sechs Jahren mit mir, für die Bücher und natürlich die Hörspiele!
    Die Geschichte der Buchreihe mit dem Ursprung in den USA, die Illustrationen der amerikanischen Reihe und der Fakt, dass Robert Arthur als Pulp-Autor anfing, packten ihn dann doch endlich. Dieser Teil des Buches hat mich auch zum Detektiv werden lassen, ich habe noch einiges zu den Illustrationen für die USA-Reihe und Robert Arthur nachgelesen.
    Insgesamt bietet das Buch einen frischen Blickwinkel auf die drei Detektive, die Schauplätze, Themen und Nebencharaktere, sodass man noch einmal alle Fälle neu lesen/hören möchte. Ich könnte es mir auch gut als Geschenk für jemanden vorstellen, der als Kind und/oder Jugendlicher Fan war, die Serie dann aber aus den Augen veloren hat. Die perfekte Mischung aus Nostalgie und Infos.

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