Die drei ??? europaweit bei Spotify, Deezer und anderen Streaming-Diensten verfügbar

Die drei ??? sind europaweit bei Spotify, Deezer und anderen Streaming-Diensten verfügbar

Seit dem 1. April 2016 sind die drei ??? bei den bekanntesten Streaming-Diensten wie beispielsweise Spotify, Google Music und Apple Music verfügbar. Zuvor waren schon die fünf Freunde und TKKG dort veröffentlicht worden; zusätzlich konnte dann die letzte klassische große Hörspielreihe auch auf diese Weise gehört werden.

Zu Beginn gab es die ersten 10 Folgen und einige Sonderfolgen. Wöchentlich sollten 5 Folgen dazu kommen, so dass die Reihe bis zum Jahresende vollständig verfügbar sein würde. (Quelle: EUROPA)

Die Veröffentlichung über die Streaming-Dienste hat nun ihren ersten Geburtstag gefeiert. Die Ankündigungen sind in die Tat umgesetzt worden: Bis zum Ende des Jahres 2016 waren alle Folgen verfügbar. Eine kleine Einschränkung gibt es allerdings: Die jeweils aktuelle Folge ist nicht in den Katalogen vorhanden. Ich vermute, dass dies folgenden einfachen Grund hat: Die Fans sollen die Folge kaufen und zusätzlich später die Möglichkeit haben, ihre Folgen auch online zu hören.

Zum ersten Geburtstag gibt es eine kleine Neuerung: Die Hörspiele sind nun europaweit »stream-bar«, wie Heikedine Körting per Video verkündet:

Damit setzt diese Ankündigung die kleine Tradition der Video-Verlautbarungen fort. Die Einführung der Reihe in die Streaming-Welt war relativ aufwändig gestaltet worden. So gab es zum Beispiel für Spotify und Deezer eigens produzierte Videos, die auf Twitter verbreitet wurden:

Und von EUROPA gab es auf YouTube ein Video dazu:

Warum sind die Titel so kurz?

Das hat wahrscheinlich mit der Vergütung zu tun, so schüttet Spotify diese etwa nach 30 Sekunden aus. Da die Vergütung pro Titel nur ein Bruchteil eines Cents beträgt, kann die Einnahme maximiert werden, wenn man die Dauer eines Stück verringert.

Ein Beispiel für den sehr kreativen Umgang mit dieser Vergütungspraxis ist das Album »Sleepify«. Das Album besteht aus Titeln, die nichts als Stille beinhalten. Letzten Endes wurde das Album von Spotify gesperrt.

Diese »Ausschüttungsgrenze« wird bei allen Streaming-Diensten ähnlich sein. Um eine Sperrung vom Streaming-Anbieter zu vermeiden und um zu verhindern, dass die Hörspiele neu geschnitten werden müssen, wenn sich an dieser »Ausschüttungsgrenze« etwas ändert, könnte die Länge von etwas mehr als einer Minute gewählt worden sein.

Muss der Platzhirsch Umsatzeinbußen befürchten?

Europa gehört zu Sony und hat somit ohnehin jahrelange Erfahrung in der Materie »Streaming-Dienste«. Die Idee des Streaming hat das Label schon mit anderen Hörspielreihen getestet: Die Fünf Freunde konnte man schon lange hören, TKKG war seit März 2016 mit knapp 100 Folgen dabei. Wir können also davon ausgehen, dass die Erweiterung des Streaming-Portfolios strategisch angelegt war.

Außerdem sind die Fans der Reihe Sammler und wollen die Hörspiele besitzen. Ich vermute daher, dass gerade die erwachsenen Fans die Hörspiele weiterhin kaufen werden, auch wenn sie diese bei den Streaming-Diensten zusätzlich hören können. Insgesamt gehe ich weiterhin davon aus, dass keine wesentlichen Umsatzeinbrüche zu erwarten sind. Zahlen dazu sind mir dazu nicht bekannt.

Weiterlesen

  • In der Kassettenbox gab es gleich am 1. April 2016 einen Artikel zu dem Thema.
  • Sonys Auswahl der Streaming-Anbieter

EDIT: In der ursprünglichen Fassung enthielt dieser Beitrag eine missverständliche Formulierung über im Netz frei verfügbare Hörspiele. Diese habe ich entfernt, um Irritationen zu vermeiden. Danke an André Marx für den Hinweis! Im April 2017 habe ich diesen Artikel anlässlich des ersten Jahrestages leicht überarbeitet.

Categories: echte Welt, Hörspiel

9 Kommentare

    • Gregor Goldbach

      Die mittelfristige Entwicklung könnte allerdings interessant sein. Wenn die Ausschüttungsmodelle so bleiben und die nachwachsenden Fans eben nicht mehr mit physischen Medien aufgewachsen sind, dann könnte tatsächlich der Umsatz einbrechen.

      Vielleicht hat bis dahin Sony aber schon alle Streaming-Dienste aufgekauft und das Problem löst sich dann von selbst 🙂

      P.S. Schöne E-Mail-Adresse!

  • Prisha von Prishavista

    Hallo!
    Nun bin ich, wie versprochen, bei dir vorbei gekommen. Da ich es ja anfangs auch nicht wirklich glauben wollte, finde ich das Ergebnis dazu allerdings gut. Willkommen in der Streaming-Welt; und wieder haben die ??? einen Schritt in die Zukunft getan um junge Fans an sich zu binden. Denn Kaufkraft haben die „alten“ Fans, die auch weiter wohl den größten Teil finanzieren werden. Trotzdem muss an die nächste Generation gedacht werden. Und so gibt es Hoffnung, das wir doch mit Justus, Peter und Bob noch ein wenig älter werden als vielleicht erwartet.

    • Gregor Goldbach

      Hallo Prisha! Herzlich willkommen auch hier! 🙂

      Die Kaufkraft der „jungen“ Fans würde ich aber nicht unterschätzen. Zumindest sind die jungen Fans, die mir bei Instagram über den Weg gelaufen sind, auch fleißige Sammler von Hörspielen und erfreulicherweise auch der Bücher.

      Ob das auf lange Sicht so bleibt, werden wir wohl abwarten müssen.

  • Jan

    Dass die Umsätze durch reguläre Verkäufe zurückgehen, ist mittelfristig natürlich wahrscheinlich, beim Streaming, vor allem durch diese Veröffentlichungstaktik (40 Tracks), werden aber natürlich an anderer Stelle neue Umsätze generiert. Ich selbst habe zwar alle Folgen auch im MP3-Format auf meiner Festplatte, werde aber künftig (wenn dann alle Folgen bei Spotify verfügbar sind) größtenteils dort hören, weil ich sowieso Spotifyuser bin und die Alben mit einem Klick auf dem Smartphone zwischenspeichern kann. So generiert Europa zumindest durch mich dann durch jedes Hören einer Folge Umsätze, während sie sonst nichts mehr an mir verdient hätten. Die Taktik mit den 5 Folgen pro Woche ist auch nicht schlecht, da so bestimmt viele Fans dazu aufgemuntert werden, im Laufe des Jahres relativ viele Folgen nochmal zu hören. Durch regelmäßig neu freigeschaltete Folgen, die dann bei Spotify z.B. auch jeweils unter „Neuheiten“ gelistet werden, wird immer wieder Aufmerksamkeit generiert. Somit bin ich mir vor allem bei den alten Folgen recht sicher, dass zumindest momentan hier durch Streaming mehr verdient wird als es sonst nur durch Verkäufe der Fall gewesen wäre, dazu, ohne eigene Produktionskosten etc. Bei TKKG z.B. werden ja nun sogar die neusten Folgen direkt bei Spotify rausgehauen. Da ist es natürlich etwas anderes als mit alten Folgen, da hier der ein oder andere Fan, der sonst das Hörspiel gekauft hätte, sich nun dagegen entscheidet. Aber Europa wird schon wissen, was sie tun. Ich kann mir aber auch vorstellen, dass neue Folgen künftig nicht sofort bei Spotify zu haben sind, sondern vllt. mit einigen Monaten Verzögerung, damit Fans doch noch das Produkt kaufen.

    • Gregor Goldbach

      Ich selbst habe zwar alle Folgen auch im MP3-Format auf meiner Festplatte, werde aber künftig (wenn dann alle Folgen bei Spotify verfügbar sind) größtenteils dort hören, weil ich sowieso Spotifyuser bin und die Alben mit einem Klick auf dem Smartphone zwischenspeichern kann. So generiert Europa zumindest durch mich dann durch jedes Hören einer Folge Umsätze, während sie sonst nichts mehr an mir verdient hätten.

      So sehe ich es auch. Tatsächlich habe ich meine alten Kassetten digitalisieren lassen und höre sie per Amazon Music. Am Wochenende habe ich per Spotify einfach „weil es ging“ die gleichen alten Folgen gehört und dabei vermutlich 5 Cent Umsatz generiert.

      Die Taktik mit den 5 Folgen pro Woche ist auch nicht schlecht, da so bestimmt viele Fans dazu aufgemuntert werden, im Laufe des Jahres relativ viele Folgen nochmal zu hören.

      Hat bei mir schon funktioniert 🙂

      Durch regelmäßig neu freigeschaltete Folgen, die dann bei Spotify z.B. auch jeweils unter „Neuheiten“ gelistet werden, wird immer wieder Aufmerksamkeit generiert.

      In die gleiche Richtung habe ich auch schon spekuliert. Momentan scheinen viele noch neugierig auf den Super-Papagei zu sein; diese Folge ist laut Spotify die beliebteste. Mal sehen, ob sich das demnächst noch ändert. An die Abspielzähler pro Album kommt man bei Spotify leider nicht ran.

      Aber Europa wird schon wissen, was sie tun. Ich kann mir aber auch vorstellen, dass neue Folgen künftig nicht sofort bei Spotify zu haben sind, sondern vllt. mit einigen Monaten Verzögerung, damit Fans doch noch das Produkt kaufen.

      Ich denke, dass sich Sony das Nutzerverhalten über die nächsten Monate ansehen und dann entscheiden wird, wie sie weitermachen. Lassen wir uns einfach überraschen.

      • Jan

        Hi Gregor,

        du kannst bei jedem Track die Anzahl der gesamten Streams dieses Tracks sehen, in dem du mit der Maus über die „Popularitätsbalken“ fährst (in der Übersicht ganz rechts neben der Spielzeit).

        Leider scheint es hier Probleme zu geben: Track 1 von den Folgen 2, 3, 4, 5 und 7 hat jeweils die gleiche, vergleichsweise sehr hohe, Anzahl an Streams. Gleiches gilt für Folge 1 und 11. Ich schätze, dass hier die Streams mehrerer Tracks verschiedener Folgen zusammengezählt wurden. Mal sehen, ob das Problem noch behoben wird.

        Für einen guten Vergleich der wirklichen Popularität könnte man alternativ einfach die Anzahl der Streams für den letzten Track (Nr. 40) vergleichen. Da kaum jemand diesen Track direkt anwählen wird, kann man so gut feststellen, wie viele User sich ein Hörspiel komplett angehört haben 🙂

        Für die ersten 10 Folgen liegen die Zahlen hier momentan zwischen 20.000 und 30.000, beim Super-Papagei bei 41.000.

        Bei den letzte Woche veröffentlichten Folgen liegt das Gespensterschloss mit 21.000 vorne, die anderen Folgen haben ca. 15.000 bis 20.000 komplette Streams.

        Viele Grüße
        Jan

        • Gregor Goldbach

          Moin Jan,

          du kannst bei jedem Track die Anzahl der gesamten Streams dieses Tracks sehen, in dem du mit der Maus über die „Popularitätsbalken“ fährst (in der Übersicht ganz rechts neben der Spielzeit).

          Danke für den Tipp! Da ich Spotify fast ausschließlich mobil nutze, wusste ich das noch gar nicht 🙂 In der Spotify-App sind diese Daten nicht verfügbar.

          Ich habe mal etwas in der Dokumentation von Spotify gestöbert, und nichts darüber gefunden, wie ich diese Daten mit einem Programm auslesen könnte. Es gab mal einen Dienst namens Nestify, der diese Daten bereitgestellt hat, aber der wurde von Spotify aufgekauft und dann wurde diese Funktion eingestellt 🙁

          Für einen guten Vergleich der wirklichen Popularität könnte man alternativ einfach die Anzahl der Streams für den letzten Track (Nr. 40) vergleichen. Da kaum jemand diesen Track direkt anwählen wird, kann man so gut feststellen, wie viele User sich ein Hörspiel komplett angehört haben 🙂

          Ich habe mir die Daten in dem Spotify-Player in den letzten Tagen mal etwas näher angesehen, nachdem du ja sehr schön geschildert hast, dass da noch einiges im Argen liegt.

          Die Daten werden offensichtlich munter durcheinander gewürfelt. Nicht einmal die »Top Tracks«-Anzeige stimmt, denn dort müsste auch »Das Original-Hörspiel zum Film – Das Geheimnis der Geisterinsel« mit etwa 70.000 Abspielungen angezeigt werden.

          Intern werden sie sicherlich korrekte Daten haben, da darauf ja die Ausschüttungen basieren. Nur zeigen sie die Daten eben nicht vernünftig an …

          Die neuen Folgen von Freitag (16-20) wurden unterschiedlich gerne angehört. Es gibt da offensichtlich Lieblinge: Der Teufelsberg wurde etwa 2000mal gehört, der Zauberspiegel 5000mal. Wobei dies beim Zauberspiegel recht interessant ist; etwa 7000 Hörer angefangen und zum Ende blieben noch 5000 übrig. Das können nicht alles Akku-Ausfälle sein 🙂

          Ich bin gespannt, wie sich die Zahlen weiterentwickeln. Die Anroid-App von Spotify behauptet, dass etwa 200.000 Personen im Monat die drei ??? hören. Mal sehen, wo die Zahl landet, wenn der erste Monat tatsächlich herum ist 🙂

          • Jan

            Moin Gregor,

            noch zwei kleine Hinweise zu Spotify:

            Die als „Top Tracks“ eines Interpreten gelisteten Songs, sind nicht die insgesamt meistgespielten Songs, sondern die Songs, die in letzter Zeit am häufigsten angehört wurden. Den genauen Zeitraum weiß ich nicht aber das ist auf jeden Fall der Grund, dass das Filmhörspiel dort nicht auftaucht 😉

            Und das bestimmte Folgen (z.B. der Zauberspiegel) häufiger angehört werden liegt daran, dass diese Alben auf der Spotify „Neuheiten“ Seite gelistet sind (Nr. 16 z.B. als erste Folge des Blocks 16-20). Hier hören mehr Leute einfach mal rein, was auch die höhere „Abbrecherrate“ erklärt 😉

            Viele Grüße
            Jan

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